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Vorstellung der Initiative "Nette Nachbarn" - für ein gutes Miteinander im Stuttgarter Westen

15.11.2009: Patrozinium der heiligen Elisabeth


Wenn wir heute das Fest unserer Patronin, der heiligen Elisabeth von Thüringen, feiern, lassen wir uns inspirieren von ihrem Beispiel, von der bleibenden Aktualität ihrer Liebe zu Gott und den Menschen. Heutige Zeiten brauchen heutige Wege, die Botschaft von der Menschenfreundlichkeit Gottes zu verwirklichen. Mit vielen, die sich in unserer Gemeinde sozial engagieren, haben wir deshalb die Initiative „Nette Nachbarn" entwickelt, die ich heute vorstellen möchte.

Jeder von uns wünscht sich „nette Nachbarn". Der einfachste Weg, nette Nachbarn zu haben, ist: Selber ein netter Nachbar sein (oder natürliche eine nette Nachbarin). In einem Viertel wie dem Stuttgarter Westen, mit seiner hohen Fluktuation und seiner städtischen Dynamik, kann es mühsam sein, Kontakte zu knüpfen und nette Nachbarn zu finden. Wir wollen uns als Gemeinde für ein gutes Miteinander und gute Nachbarschaft in unserem Viertel einsetzen, ganz unabhängig von Religion oder kultureller Herkunft. Aufbauend auf unserem mehr als hundertjährigen sozialen Engagement, auf unseren ehrenamtlichen Diensten und unseren professionellen Kontakten wollen wir ein lokales Netzwerk von Menschen aufbauen, die bereit sind, in ihrer Nachbarschaft für andere aufmerksam zu sein.
Wir wollen zu einer guten Nachbarschaft beitragen, und die fängt für uns mit der alltäglichen Freundlichkeit und Aufmerksamkeit an. Das ist für Sie vielleicht eine Selbstverständlichkeit. Dann sind Sie schon ein „netter Nachbar". Wir finden, dass es von ihrer Sorte noch viel mehr geben könnte und sollte. Wir glauben, dass ein gutes soziales Klima ansteckt und dass nette Nachbarn sich vermehren. Bei Jesus heißt das: Was ihr wollt, dass euch die Menschen tun, das tut auch ihnen. An diese „Goldene Regel" wollen wir uns halten, und wir wollen Menschen vernetzen, die ähnlich denken. Elisabeth von Thüringen, die Patronin unserer Gemeinde, hat als Heilige der Nächstenliebe im Mittelalter Maßstäbe an Mitmenschlichkeit gesetzt. Sie ist unser Vorbild.

Konkret suchen wir Menschen, die in ihrem nächsten sozialen Umfeld bereit sind, in einem selbst bestimmten und überschaubaren Rahmen Verantwortung zu übernehmen. Wir suchen nette Nachbarn, die zum Beispiel Menschen besuchen, die neu zugezogen sind, und ihnen einen Willkommensgruß der Gemeinde vorbeibringen; oder die Senioren zum Geburtstag gratulieren; die zu Familien Kontakt aufnehmen, die gerade ein Kind bekommen haben; die helfen, den Weihnachtsbrief der Gemeinde allen Gemeindemitgliedern zu bringen; oder die ganz allgemein in einem positiven Sinn aufmerksam für andere sind, besonders für Menschen, die möglicherweise oder offenkundig Hilfe brauchen: Kranke, Ältere, junge Familien, Menschen in schwierigen Lebenssituationen. Oft kann es nach unserer Erfahrung auch darum gehen, auf spezielle ehrenamtliche oder professionelle Angebote aufmerksam zu machen.

Wichtig ist uns der Kontakt. Für Menschen, die egal welche Herausforderung zu meistern haben, ist schon der freundliche und wohlwollende Kontakt entscheidend. Zuzug, Geburtstag, Geburt eines Kindes sind gute Gelegenheiten, „nach Menschen zu schauen". Wichtig ist uns auch die Kompetenz. Wir überlegen mit Ihnen, wie ein solcher Besuch ablaufen kann, worauf es Ihnen ankommt, welche Unterstützung Sie brauchen. Die Netten Nachbarn von uns alle notwendigen Informationen über spezielle ehrenamtliche und professionelle soziale Dienste, an die sie vermitteln können, zum Beispiel an unser Familienzentrum, die Sozialstation, die Familienpflege, die Caritas, die Kindertageseinrichtungen der Gemeinde, das Pastoralteam und viele mehr. Die Nette Nachbarn werden von uns begleitet und können sich auch nach ihren Interessen spezialisieren. Sie gehören zu einem Team von Menschen, die alle, jeder und jede mit seinen und ihren Möglichkeiten, zu einem guten Miteinander beitragen wollen.

Dafür müssen nicht wenige alles und nicht alle alles machen, aber wenn viele etwas machen, dann „wohnt Gott schon in unserer Welt", wie es im Elisabeth-Lied heißt, „dann schauen wir heut' schon sein Angesicht, in der Liebe die alles umfängt".