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Stolperstein für Emil Rohrer

Vor 71 Jahren wurden 10654 Menschen durch die Nationalsozialisten in dem zur Tötungsanstalt umfunktionierten Samariterstift ermordet. Die Planung für die „ Euthanasie" Aktion T4 fand in der Villa Tiergartenstr. 4, Berlin, statt und wurde im württ. Innenministerium – Dorotheenstraße, Stuttgart - im Detail für die Tötungsorte Grafeneck bei Münsingen und Hadamar bei Limburg geplant.

Dass die genannten NS-Opfer aus christlich geprägten Familien stammen, geht aus den Forschungen der Nachverwandten hervor: Emils Bruder studierte Theologie und wurde Pfarrer in Ulm-Söflingen. - Die Buben gehörten dem Bund Neudeutschland (ND) an; eine 1919 gegründete katholischen Jungengemeinschaft, die in den 30er Jahren immer größeren Einschränkungen unterlag und 1939 verboten wurde. Nach 1945 nahm der Bund seine Arbeit wieder auf und wirkt heute weiter in den Gliederungen: Schülergemeinschaft (KSJ) – Hochschulring (KSJ-HSR) und Katholischer Männer und Frauen (KMF).

Emil, JG 1913, Stuttgart und sein Onkel Eugen, JG 1864, Horb/N. wurden 1940 in Grafeneck, ermordet. Ein Stolperstein wird an Emil Rohrer und sein Schicksal erinnern. Es fordert uns heraus über die NS-Zeit und die Situation in unserer Gesellschaft nachzudenken. Die Straßen-Aktion findet statt: Dienstag, 12. April 2011, 11.15 Uhr, Weimarstr. 17.