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„Wo Gott ist, da ist Zukunft“ – Papst Benedikt XVI. in Freiburg

2005 Köln, 2006 München, Altötting, Marktl, Regensburg und Freising, 2011 Berlin, Erfurt, Etzelsbach – und Freiburg. Der Papst besucht Deutschland und dieses Mal auch meine Heimatstadt Freiburg. Klar, dass wir da mit von der Partie sein wollen.

Die Wochen und Monate gehen ins Land. Es ist September, der Papstbesuch rückt näher. Auf allen Kanälen wird über Für und Wider seines Besuches, insbesondere seine Rede im Deutschen Bundestag, diskutiert, die Papstreise ist das Topthema in den Gazetten. Und endlich ist es soweit, wir machen uns selbst auf den Weg.

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Da wir in der glücklichen Lage sind, ein Quartier mit Vollverpflegung zu haben, reisen wir bereits am Samstag, 24.09.2011, an. Als Ortskundige umfahren wir alle Sperrungen und kommen gerade rechtzeitig in Freiburg an. Im Sauseschritt geht es Richtung Innenstadt, wo Papst Benedikt XVI. um 13:50 mit seinem „Papamobil“ in die Kaiser-Joseph-Straße Richtung Münster einfährt. Die guten Plätze sind bereits seit dem späten Vormittag besetzt. So bleibt uns, wie vielen Anderen auch, nur ein Druck auf den Auslöser des in die Höhe gereckten Fotoapparats. Allein die Kleinen auf den elterlichen Schultern haben einen freien Blick. Aber am Sonntag sollten wir ja noch eine Gelegenheit bekommen, den Papst zu sehen.

Sonntag, 25.09.2011. Um 05:50 Uhr ertönt der Weckuf. Der Tag der großen Papstmesse auf dem Freiburger Flugfeld ist gekommen. Um kurz nach 07:00 Uhr verlassen wir das Haus. Alles ist ruhig, es ist noch etwas kühl, aber ein Blick in den Himmel lässt erahnen, dass auch an diesem Tag nicht „Kaiserwetter“, sondern „Papstwetter“ herrschen wird. Bald sind wir auf einem der sogenannten „Pilgerwege“ angekommen. Von allen Seiten strömen die Menschen, Große und Kleine, Junge und Alte, Familien und Gruppen in freudiger Erwartung zum Gottesdienstgelände. Es ist ein schönes Gefühl, mit all den Gläubigen und Pilgern einem gemeinsamen Ziel entgegenzugehen, und es ist erstaunlich, wie geordnet und friedlich es dabei zugeht. Wir peilen Abschnitt „B 4“ an, wo wir einen guten Platz auf einer der 5.000 extra hergestellten und käuflichen Papstbänke finden. Der Altar ist zwar sichtbar, die Personen darauf allerdings etwas en miniature. Aber egal, das Drumherum, die allgemeine Stimmung wiegen dies auf. Nach der Erfahrung des Vortags stellen wir uns dieses Mal früher an die Absperrung an der Papamobil-Strecke. Und, es ist unglaublich, bei nahezu 100.000 Messebesuchern, treffen wir hierbei auf bekannte Stuttgarter Gesichter, Pfarrgemeinderatsmitglied Herrn Gerberich aus Stuttgart mit seiner Familie. Sie sind in den frühen Morgenstunden angereist und konnten, nach anfänglichem Nebel, die Sonne über Freiburg aufgehen sehen. Aus meiner Heimatgemeinde St. Urban in Freiburg-Herdern, die quasi um die Ecke liegt, laufe ich hingegen niemandem über den Weg.

Das lange Warten an der Absperrung lohnt sich. Punkt 09:40 beginnt der Papst mit seiner obligatorischen Runde mit dem Papamobil. Direkt vor uns reicht ihm jemand ein Baby, das er segnet. Ein Segensgruß rechts, ein Segensgruß links, und dann ist er schon wieder vorbeigefahren. Zufrieden begeben sich die Meisten zurück auf ihre Bank und warten auf den Beginn der Messe, die musikalisch vom Freiburger Domchor begleitet wird. Die Predigt des Papstes ist klar und eindrücklich. Währenddessen brennt langsam die Sonne auf die Gottesdienstbesucher herunter. Trotzdem ist der fast zweistündige Gottesdienst, der mit dem Angelus-Gebet beschlossen wird, viel zu schnell zu Ende.

Und wieder machen sich die Massen auf den Weg, wieder in alle Himmelsrichtungen, sortiert nach farbigen Ausgängen und Transportmitteln. Zwar ist der Nachhauseweg in Anbetracht des frühen Aufstehens und der Wärme etwas mühsamer, aber irgendwie sind alle beglückt und fröhlich. Wir haben zudem noch die Aussicht auf ein wahrhaft päpstliches Mittagsessen: Tafelspitz mit Meerrettichsauce und roter Beete – jenem Mittagsmahl, das auch den Papst im Priesterseminar von Freiburg erwartet.

Wir sind glücklich, dass wir dabei waren. Es war ein unvergessliches Erlebnis, und ich bin mir sicher, dass sich auch die Kinder in vielen Jahren noch daran erinnern werden.

 

 

Ursula Feist