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Gemeinde - Kirche

Die Kirche, die als eine der bedeutendsten Bauten Cades' gilt, ist nach dem Vorbild der Benediktinerabteil Maria Laach als dreischiffige Basilika auf kreuzförmigem Grundriss mit einem Turm in der Süd-Ost-Ecke zwischen Chor und Querhaus erbaut. Sie wurde 1926 zum 25jährigen Jubiläum, 1948 unter Beseitigung der Kriegsschäden, 1969 entsprechend der liturgischen Erneuerung des Zweiten Vatikanischen Konzils und schließlich zuletzt 1988 renoviert. Über die Kirche geben ein Kirchenführer sowie die Festschriften zur jüngsten Renovation und zum 100jährigen Gemeindejubiläum Auskunft. Besondere Beachtung verdienen die Bildwerke Gebhard Fugels, die um 1920 entstanden sind, die in klanglicher und technischer Hinsicht innovative, 1957 von Rieger, Schwarzach/Vorarlberg, mit vier Manualen und 56 Registern erbaute Orgel sowie das 2001 vollständig erneuerte sechsstimmige Geläut. 1976, im fünfundsiebzigsten Jahr der Gemeinde, wurde in der Rotenwaldstraße das Gemeindezentrum St. Stefan mit eigener Kirche, Altenwohnanlage, Kindergarten und Gemeindesälen erbaut. Treffpunkt für die Gemeinde ist außerdem das geräumige Gemeindezentrum in der Schwabstraße.

Die katholische Gemeinde St. Elisabeth ist mit ihrer Entstehungsgeschichte ein schönes Exempel für die Entwicklung Stuttgarts von einer Mitte des 19. Jahrhunderts eher verschlafenen, konfessionell geschlossenen evangelischen Residenzstadt zu einer zunehmend vielfältigen und dynamischen Großstadt. Die Höfe der gründerzeitlichen Straßenblöcke beherbergten seinerzeit eine Vielzahl von Betrieben; unter anderem hat ein gewisser Robert Bosch den Magnetzünder in einer solchen Werkstatt erfunden. Heute zünden im Stuttgarter Westen andere Ideen. Das Viertel ist wegen seiner besonderen Atmosphäre und seiner Nähe zum Zentrum bei Studierenden, bei "Young urban professionals" und jungen Familien sehr beliebt. Fielen früher die "Straßenbahner" im Westen auf, so scheint es heute viele kreative und im Kommunikations- und Medienbereich tätige Menschen in den Westen zu ziehen. Der katholischen Kirche gehören ca. 28% der Einwohner des Stadtteils an, der evangelischen Kirche knapp 30%, die übrigen 42% sind anderer oder keiner Konfession bzw. Religion.