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Positive Einstellung des Papstes zu den Juden war und ist über jeden Zweifel erhaben

Bischof Gebhard Fürst begrüßt Erklärungen Papst Benedikts XVI. - Aktuelle Auseinandersetzungen als konstruktiven Impuls und als Chance betrachten

Rottenburg. 6. Februar 2009. Mit Dankbarkeit und Respekt hat Bischof Gebhard Fürst die Erklärungen Papst Benedikts XVI. zu den kritischen inhaltlichen Fragen im Zusammenhang mit der Aufhebung der Exkommunikation der vier Traditionalistenbischöfe zur Kenntnis genommen. In eindeutiger Weise, so Bischof Fürst, habe der Papst sowohl im Rahmen der Generalaudienz am 28. Januar als auch in einer Erklärung des Vatikans vom 4. Februar deutlich gemacht, dass für Antisemitismus und für eine Haltung, die die Shoa, den millionenfachen Mord an den Juden, in Frage stelle, kein Platz in der Kirche sei. Dies stehe in einer konsequenten Reihe anderer Äußerungen und Besuche Papst Benedikts XVI., so etwa in Auschwitz oder in der Kölner Synagoge. Die positive Einstellung des Papstes zu den Juden sei immer eindeutig gewesen. Es sei deshalb unangebracht, ihn zu immer neuen Klarstellungen aufzufordern. Dankbar, so Bischof Fürst, sei er auch dafür, dass der Papst die uneingeschränkte Anerkennung des Zweiten Vatikanischen Konzils sowie der Autorität aller Päpste während des Konzils und danach als Grundvoraussetzung für die Einheit mit der katholischen Kirche benannt habe.

Die Erklärungen Papst Benedikts XVI. bedeuteten für ungezählte Gläubige eine Erleichterung und Ermutigung, für die die Kirche im Geist des II. Vatikanum eine innere und äußere Heimat darstelle und die durch die aktuellen Vorgänge verunsichert und enttäuscht worden seien, unterstrich Bischof Fürst. Zahlreiche Briefe und persönliche Äußerungen von Katholiken und von nichtkatholischen Christen hätten ihm gezeigt, dass es diesen nicht um eine billige Kirchenkritik gehe, sondern dass sie von Loyalität gegenüber der Kirche und dem Papst und von engagierter Identifikation geleitet seien. Die derzeitigen Auseinandersetzungen müssten jetzt als konstruktiver Impuls und als Chance bewertet werden, gemeinsam in ein zukunftsorientiertes Gespräch über eine Intensivierung und Verlebendigung des reichen Erbes des Konzils einzutreten. Dies sei nach wie vor ein mühevoller, aber lohnender Weg, sagte Bischof Fürst.

Was die Bruderschaft „St. Pius X." angehe, so sei es jetzt an deren Vertretern, sich unmissverständlich zu den Bedingungen des Papstes zu erklären und deutlich zu machen, ob ihnen an einer wirklichen Einheit überhaupt gelegen sei oder ob sie den Papst zu ihren Positionen bekehren wollten, betonte Bischof Fürst.

(Pressemitteilung der Diözese Rottenburg-Stuttgart - Thomas Broch, Bischöfl. Pressesprecher)